Ärzteflucht aus Krankenhäusern und die Auswirkungen auf die Patienten

Ärztekammer schlägt mit Studiendaten Alarm

Die Abwanderung von Ärztinnen und Ärzten aus Krankenhäusern ist ein akutes und weiter wachsendes Problem. Schuld sind unter anderem unattraktive Arbeitsbedingungen die teilweise der Trägheit des Systems geschuldet sind, aber auch durch fehlende Führungsarbeit mit verursacht werden. Es gelingt oft nicht wertschätzende Atmosphäre und offenen Umgang für klaglose Zusammenarbeit im Team zu erzeugen. Es ist zu befürchten, dass dieser Mangel an Führungsarbeit direkte Auswirkungen auf die Qualität der Patientenversorgung hat.

Roman Fleischhackl

Bedarf an praktischer Ausbildung in Führungsarbeit

Einer der Hauptgründe für den Mangel an moderner Führungsarbeit in Krankenhäusern liegt in der mangelnden Ausbildung und Qualifikation von Ärztinnen und Ärzten in Führungspositionen. Während mittlerweile für medizinisches Personal in diesen Positionen zusätzliche Schulungen und Qualifikationen vorgeschrieben sind, gibt es im klinischen Alltag nicht genügend praktische Anleitung, Austausch und Weiterbildung. Daher sind viele nicht auf die Herausforderungen der täglichen Führungsarbeit vorbereitet, bestenfalls wird über „Trial and Error“ ausprobiert. So beschränkten sich viele Führungskräfte auf die fachlich inhaltliche und disziplinarische Führungsarbeit. Mitarbeiterbindung, Inspiration, Motivation, Arbeit an der Kommunikation für respektvollen und offenen Umgang miteinander fehlen oft. 

 

Dr. med. Roman Fleischhackl und Kersten Staat - Gründer:innen der Akademie 120:80

Offene und respektvolle Arbeitsumgebung schaffen

Um bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen und eine weitere Flucht von Ärztinnen und Ärzten aus den Krankenhäusern zu verhindern, wäre es dringend notwendig, eine Kultur der offenen Diskussion, des Respekts und der Wertschätzung innerhalb der Teams zu schaffen. Ein solches Umfeld würde die emotionale Bindung und die Motivation der Mitarbeiter/innen fördern, damit sie sich in ihrer Rolle unterstützt fühlen. Gegenläufig zu vielen Meinungen braucht es dazu weder große Budgets, noch hochtrabende, glanzvolle Events. Der Wandel beginnt bei der Veränderung des täglichen Umgangs, der Sprache, der Tonalität, geht über Lob für und Anerkennung bis hin zu Zeit des gegenseitigen Kennenlernens und des Austausches. Das kann bei einer freiwilligen, ungezwungenen Abendveranstaltung ebenso passieren, wie bei gemeinsamen Aktivitäten außerhalb des Spitals oder bei Kulturveranstaltungen oder Fortbildungen.

 

 

 

Auswirkungen auf Patientinnen und Patienten 

 

Letztendlich sind es nicht nur die Ärztinnen und Ärzte, die unter dem Mangel an Führungsarbeit leiden, sondern auch andere Teams und letztlich die Patient:innen. Ohne effektive Koordination aufgrund mangelnder Kommunikation und Kooperation zwischen dem Krankenhauspersonal leidet die Patientenversorgung stark. Schlechtes Management führt zu Verzögerungen bei den Behandlungsplänen, zu Missverständnissen zwischen den Abteilungen und senkt letztendlich die Freude an der Arbeit und damit die Qualität der Patientenversorgung insgesamt.

 

 

 

Fazit und Lösungsansatz

Die Abwanderung von Ärztinnen und Ärzten aus den Krankenhäusern ist besorgniserregend, weil sie sich direkt auf die Ergebnisse der Patientenversorgung auswirkt. Es ist wichtig, dass dieses Problem mit hoher Priorität und Professionalität angegangen wird. Ziel ist es, eine umfassendere Ausbildung für medizinische Führungskräfte anzubieten, die vor allem auf den praktischen Führungsalltag hin ausgerichtet ist. Genau dieses Angebot macht die Akademie 120:80. Kommunikation, non-verbale Führungsarbeit, Leistungsverbesserung etc. werden anhand praktischer Beispiele geübt. Zum Einsatz kommen erprobte Konzepte aus der Wirtschaft, die mit Insider Know-How fit für den Klinikalltag gemacht werden. Mehr zum Online-Fortbildungsangebot dieser Initiative gibt es hier!

 

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